erstellt am: 24.04.2013 | von: | Kategorie(n): Gebrauchtwagentest


Ein Artikel im Autoda - der Gebrauchtagen-Blog von Verena

Es geht eben doch: Man kann in der Innenstadt wohnen, Kinder haben, viel transportieren wollen und ein Auto finden, das all diesen Herausforderungen gewachsen ist. Minivan heißt der praktische Kompromiss zwischen vollen Innenstädten und sperriger Freizeitplanung. Mit der Entscheidung für den riesigen Kleinwagen lassen sich viele Probleme mit einer Klappe lösen. Bleibt nur noch eine Frage offen: Für welches Modell soll man sich bei dem großen Angebot bloß entscheiden? Autoda vergleicht den Fiat 500L mit dem Ford B-Max und dem Opel Meriva.

 

Einstieg leicht gemacht

Öffnet man die Türen der drei Minivans, so entdeckt man Überraschendes und Gewöhnliches. Am meisten Eindruck kann der Ford B-Max schinden: Die Designer haben hier mit der vorderen Schwenk- eine hintere Schiebetür kombiniert und dabei komplett auf die Mittelsäule verzichtet. Das Ergebnis: Der Innenraum öffnet sich dem Einsteiger lückenlos. So viel Platz hatte man beim Hinsetzen noch nie. Noch nie? Das stimmt nicht ganz. Die gleiche Mechanik verwendete bereits der Nissan Prairie, als er 1982 auf dem europäischen Markt auftauchte. Mit dem großen Einstiegsbereich ist sogar die Installation von Kindersitzen kinderleicht.

 

 

Auch der Opel Meriva präsentiert sich auch eher ungewöhnlich mit gegenläufig öffnenden Türen. Zwar können sich gleichzeitig einsteigende Personen bei dieser Lösung in die Quere kommen, dennoch fällt der Einstieg im Fond auf diese Art leichter.

 

Bei dem Fiat 500L bleiben selbst die Türen dem Retro-Design treu und verhalten sich ganz gewohnt so, wie man es von Autotüren eben gewohnt ist.

 

Keine Angst vor Pannen

Im Euro NCAP Crashtest erreichen alle drei Minivans die Bestnote von fünf Sternen. Auch der Ford B-Max schafft trotz fehlender Mittelsäule im Seitencrashtest die Höchstwertung.

 

Die Platzfrage

Was den Kofferraum und das Platzangebot im Innenraum betrifft, muss sich der Ford B-Max hinter seinen zwei Konkurrenten einreihen. Er ist unter den Dreien der Kleinste und der Kofferraum bietet ein Volumen von 280 Litern, das sich auf 625 Liter erweitern lässt. Bei der Variabilität schneidet der Ford zwar nicht schlecht ab, ist im Vergleich aber unpraktischer als seine Konkurrenten. Die Rücksitze lassen sich zwar sehr einfach, aber nur vom Innenraum aus umlegen. Es entsteht ein ebener Ladeboden. Das Zurückstellen der Sitze ist komplizierter und man läuft Gefahr, die Sicherheitsgurte dabei einzuklemmen oder zu beschädigen.

 

Der Opel Meriva kann hingegen in dieser Kategorie viele Punkte sammeln. Mit seinem Kofferraumvolumen von 355-825 Litern bietet er Gepäck den größten Stauraum und die Rücksitzbank-Elemente lassen sich ganz einfach nach vorn klappen und zu einer Ebene mit dem Kofferraumboden versenken. Nicht einmal die Kopfstützen müssen dafür entfernt werden. Wer etwas Langes wie eine Leiter transportieren möchte, kann ganz einfach den Mittelteil der Rücksitzlehne umklappen.

 

 

Auch der Fiat überzeugt! Die asymmetrisch geteilten Rücksitzelemente lassen sich zusammengefaltet hinter die Vordersitze klappen. Der Laderaumboden ist variabel und lässt sich in drei unterschiedlichen Ebenen verstellen. Für sehr langes Transportgut kann die Lehne des vorderen Beifahrersitzes umgeklappt werden.

 

Flott und wendig durch die Stadt

Diese Ansage gilt leider nicht für alle Motoren. Der Fiat 500L erfreut sich zwar sehr großer Beliebtheit, aber mit seiner Fahrleistung ist dann doch kaum einer vollends zufrieden. Bisher wurden die Motoren immer als sehr träge eingestuft. Deshalb antworteten die Italiener Anfang 2013 mit einem neuen Antrieb, dem 0,9 TwinAir Turbo.

 

Das Versprechen von Dynamik und Sparsamkeit war groß, konnte im Test aber leider nicht bestätigt werden. Der Motor ist sehr laut, beschleunigt eher schleppend und Elastizität gehört nicht gerade zu seinen Stärken. Auch der Verbrauch ist mit 7,4 Litern weit höher als der Hersteller verspricht.

 

Die Turbo-Benziner von Ford und Opel überholen den Fiat daher problemlos. Besonders munter zeigt sich der Dreizylinder-Motor von Ford, der mit 5,7 Litern weniger verbraucht als seine beiden Konkurrenten.

 

Der beste Anhalter

Was Vollbremsungen betrifft, liegt der der Opel mit 36,5 Metern vorn. Es folgt Ford mit 38, 3 Metern und Fiat mit 38,9 Metern.

 

Wer soll dein Herzblatt werden?

Bei dieser Frage können wohl weder Susi noch Rudy Carrell behilflich sein, also fassen wir noch mal kurz zusammen: Der Fiat 500 L gewinnt viele Herzen durch seine Optik mit dem charmanten Retro-Design. Auf der Straße zeigt er sich leider verhältnismäßig unsportlich. Der Raum wird im Fiat am besten genutzt, hier entsteht der Eindruck eines Riesen im Kleinwagenkostüm. Außerdem ist der 500L im Grundpreis günstiger als seine Konkurrenz.

 

Der Opel und der Ford überzeugen mit ihren Fahreigenschaften und Motoren. Mit ihnen kann man nach Belieben durch die Innenstadt flitzen, um Kurven biegen und Gasgeben. Der Opel ist der Größere von beiden und bietet sehr viel mehr Platz für Gepäck. Dafür kann der Ford mit der interessanten Türmechanik punkten und zwängt sich schneller in Parklücken.

 

Wir hoffen, dass ihr nun ein wenig besser wisst, welches der drei Modelle am ehesten zu euch passen könnte. Entscheidet euch jetzt für Kandidat A, den geräumigen Italiener, Modell B, den flotten Eisenacher mit großem Kofferraum oder Wagen C, dem unkonventionellen Amerikaner für schnelle Fahrten durch die Stadt.

 

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 abgegebene Stimmen, Durchschnitt: 5,00 von 5 Sternen)
Loading ... Loading ...

Ähnliche Artikel:

Tags: , , , , , ,





Autoda - follow us